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Orchesterverein Stadtkapelle Hockenheim e.V.
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Stadtkapelle im Herbst 2013

Herzlich willkommen auf der Internetseite des Orchesterverein Stadtkapelle Hockenheim e.V. Wir hoffen, dass Sie die Informationen finden, die Sie hier suchen. Es gibt viel über unseren Verein zu finden, aber auch weitere Detailinformationen z.B. über die verschiedenen Instrumente eines Blasorchesters. Die 3 Säulen der Stadtkapelle sind der Verein, das sinfonische Blasorchester und die Jugendabteilung. Zu jedem dieser Säulen gibt es hier ausführliche Informationen in Form von Portraits, Beschreibungen, Presseberichten und Bildern. Stöbern Sie einfach ein bißchen durch unsere Internetseite. Es wird sich sicher lohnen.

Verein

Blasorchester

Jugendabteilung

 

Neues aus der Stadtkapelle

Videos Jahreskonzert 2015


Für alle, die leider nicht selbst dabei sein konnten, oder aber die Highlights noch einmal hören möchten, gibt es endlich einige Stücke aus unserem Jahreskonzert online. Viel Spaß beim Anschauen.

Pirates of the Carribean: Dead Man's Chest (Hany Zimmer, Arr. Jay Bocook)

 
Watchman - Tell us of the night (Mark Camphouse) 

 
Nessaja (gemeinsam mit Jugendorchester):

 

Orchesterverein Stadtkapelle meistert beim Jahreskonzert höchste technische und künstlerische Ansprüche / Nachwuchs kommt fast zu kurz

Natürlich plant ein Orchester sein Programm lange Monate im Voraus - dennoch hätte die Werkauswahl, die der Orchesterverein Stadtkapelle am Sonntagabend vor nahezu ausverkaufter Stadthalle präsentierte, passender kaum sein können. Großartige Musikstücke über Themen, die das Scheitern des Menschen in seiner Großmannssucht verarbeiten und wie als Zeiger auf die aktuellen Ereignisse, von denen die Menschheit in den letzten Tagen und Wochen erschüttert wird, ein Auszug aus dem 1980 in Paris welturaufgeführten Musical "Les Misérables".

Claude-Michel Schönbergs eingängige und vielfarbige Musik gaben die 45 jüngsten Musiker der Stadtkapelle, darunter auch die Orchester-Minis und das Juniororchester. Die zehnjährigen Kinder gaben Jean Valjeans dramatische Geschichte auf packende, rührende, fesselnde Art und Weise.

Glanzstück des - wie immer zu kurzen - Auftritts des Jugendorchesters war aber Michael Geislers "Hindenburg", eine musikalische Aufarbeitung der Luftschiff-Katastrophe von 1937. Die schwebenden Klänge des Intros meisterten die talentierten Instrumentalisten, deren Gesamtklang bereits ausgesprochen beeindruckend ist, unter der bewährten Leitung von Alexander Sixt ebenso spielend, wie die wuchtigen Passagen des Unwetters, die dämonische Grundstimmung, die gänsehautschwangere Ergriffenheit angesichts der Explosion.


Jahreskonzert_2015

Bis in die feinsten Nuancen differenziert: Dirigent Dominik M. Koch (vorne links) führt das Hauptorchester zu Höchstleistungen. Die Musiker meisterten auch anspruchsvolle Stücke exzellent. 
© Schwindtner
 

Kilian auf Konzertmeister-Platz

Solistisch brillierten dabei vor allem Lena Störmer und Saskia Krämer (Oboe), Martin Jacob (Trompete) und ganz besonders Vincent Kilian (Klarinette), der zu Recht auf dem Platz des Konzertmeisters saß.

Der tosende Applaus und die fast schon erzwungene Zugabe sollten dafür sorgen, dass im kommenden Jahr die "Kleinen" noch etwas mehr zeigen können - denn zu zeigen haben sie Außerordentliches.

Thematisch bei den Katastrophen blieb auch das Hauptorchester, das mit Piet Swers "The Titanic Saga" in fast 20 Minuten eine zeitgenössische, höchst expressive Fantasie zum Untergang des "besten Schiffes, was die Menschheit damals zu bieten hatte", vorstellte. Das Orchester zeigte schon hier seine für ein Laienensemble einzigartige Größe.

Zu noch brillanterer Interpretation - die technischen Fertigkeiten sind bei einem Orchester dieser Qualität ohnedies vorausgesetzt -führte Dominik M. Koch, der wie immer mit einem an Ästhetik kaum zu überbietenden Dirigat glänzte, das Orchester mit "Watchman, Tell us of the night" des amerikanischen Blasmusik-Komponisten Marc Camphouse. Das in einer oft surrealen Tonsprache angelegte Werk behandelt musikalisch das Schicksal misshandelter Kinder: ihre seelischen Wunden, ihre Angst, das Trauma, aber auch die Hoffnung auf Besserung und Heilung.

Zahllose Untiefen gemeistert

Das atmosphärisch hochgradig verdichtete Stück mit seinen zahllosen Untiefen, außergewöhnlichen Tonartmischungen, mit seinen verschleierten Metren und vor allem mit seiner ungemein berührenden emotionalen Sprengkraft gab die Stadtkapelle bis in die feinsten Nuancen differenziert.

Die Tonsprache blieb auch dann sauber, wenn Camphouse kurz davor ist, die Tonalität ganz zu verlassen, wuchtig im Tutti, mit scharfen fast schneidenden Oboen, in gespenstisch bedrohlicher Atmosphäre im gedämpften Blech und dem dezenten Schlagwerk.

Dem Publikum stockte der Atem und der Applaus ließ eine Schrecksekunde auf sich warten - was beweist, wie treffsicher das Orchester Camphouse zu interpretieren verstand. Ein solches Programm kann ein Laienorchester sich eigentlich gar nicht leisten - zu schwer von den Themen, noch mehr aber von den künstlerischen Ansprüchen. Dass es die Stadtkapelle dennoch konnte, zeigt die exzellente Klasse, die das Orchester erreicht hat und die es immer weiter ausbaut.

Darüber darf auch das fast ein wenig provinziell angeschlossene Doppel aus "Fluch der Karibik" und Udo-Jürgens-Medley, dessen Ausgelassenheit den "Watchman" letztlich verdrängte, nicht hinwegtäuschen: Als zur zweiten Zugabe alle 100 Instrumentalisten der Stadtkapellen-Orchester auf der Bühne standen, hatte auch dieses Jahreskonzert wieder bewiesen, welchen Musik-Diamant die Rennstadt da beheimatet.

 

© Hockenheimer Tageszeitung, Dienstag, 24.11.2015